Geschichte der Parochie See (Pastor Johann Traugott Horter, 1858):
"Die Einführung der Reformation verzögerte sich, da der Grundherr Gotzsche von Gersdorff, zuerst ein Gegner Luthers und der evangelichen Lehre, deren Annahme seinen Untertanen streng verbot. Er äußerte seinen Haß mit den Worten:
'Wenn man in Wittenberg nicht Holz hätte, den Ketzer Luther zu verbrennen, so wollte er aus seiner Seeschen Heide dasselbe dahin führen lassen, damit es geschehen könnte.'
Bald darauf soll er in große Gewissensnot geraten sein und in einem Brief an Luther um Trost gebeten haben. Ein gut erhaltenes Steinbild an der vorderen Kirchenmauer zeigt den Ritter von Gersdorff, wie er den Helm vor sich gelegt hat, demütig kniet und betet. Gotzsche wurde ein eifriger Förderer der Lehre ..."
 
Sagen und Erzählungen rund um das Raubschloss Quitzdorf (Werner Radisch):
"... Gersdorf war ein eifriger Verfechter der alten Religion und somit auf Luther und seine Lehre nicht gut zu sprechen. Sein Zorn gegen den Reformator ging schließlich soweit, dass er forderte, Luther, dieser Erzketzer, müsse öffentlich verbrannt werden, und er, Christof von Gersdorf, wolle für den Scheiterhaufen das Holz spendieren und selbst nach Wittenberg bringen lassen.
Eines Tages zog er mit dem Förster in den Wald und bestimmte eigenhändig die Bäume, die er für diesen Zweck als geeignet ansah. In dem Augenblick jedoch, als der erste Baum fiel, brach ein heftiges Unwetter los. Die Blitze schlugen rechts und links neben ihm ein, dass sie glaubten, in einem Feuer zu stehen. Krachend barsten uralte Baumriesen, und der Sturm entwurzelte viele von ihnen.
Da sprach der Förster zu seinem Herrn: 'Gestrenger Herr Ritter, haltet zu Gnaden, der Weg, den wir heute gegangen, ist wohl nicht recht!'
Diese Worte sind Christof von Gersdorf ins Herz gedrungen. So ist er auf die Knie gesunken und hat Gott inständig um Verzeihung gebeten. Seit diesem Tage hatte sich mit dem eifrigen Verfechter des alten Glaubens ein Wandel vollzogen, denn von dieser Stunde an hat er sich mit dem gleichen Eifer für die Lehre Martin Luthers und der Reformation auf seinen Gütern eingesetzt, wie er zuvor dagegen stritt.
Als er merkte, dass seine Tage gezählt, war sein letzter Wunsch, dass er auf seinem Grabstein so dargestellt werden möchte, wie er zu der Stunde, als da draußen im Walde sein Sinne geändert und seine Seele erleuchtet wurde."